Presse
20.01.2012, 07:00 Uhr | Südwest Presse Ulm, Joachim Striebel
Licht für Fels und Dorf
Die Forstverwaltung hat im Kleinen Lautertal Felsen freigestellt und auch dem Ort Lautern mehr Licht verschafft. Die Förster berichteten jetzt dem Blausteiner Gemeinderat, dass Brennholz stark gefragt ist.

Blaustein - Pflegemaßnahmen im Kleinen Lautertal bildeten im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt der Arbeit von Manfred Dupke. Der Blausteiner Revierförster ließ am Rande von Lautern Bäume fällen, um dem Ort mehr Licht zu verschaffen. Auch entlang der Straße nach Bermaringen wurde die Motorsäge angesetzt. Weitere Aufgabe war, markante Kalkfelsen im oberen Lautertal freizustellen. Das hat nicht nur optische Gründe, sondern auch ökologische: Die typische Felsflora leidet unter Verschattung, Felsbrüter brauchen einen freien Anflug.

Anders als früher erwiesen sich diesmal nicht alle Pflegearbeiten als Draufzahlgeschäft. Das Holz, das entlang der Straße anfiel, wurde zu Hackschnitzeln verarbeitet und brachte noch einen kleinen Erlös in die Gemeindekasse, wie Dupke am Dienstag dem Gemeinderat berichtete. Er und Thomas Herrmann, der stellvertretende Leiter des Fachdienstes Forst im Landratsamt, blickten auf 2011 zurück und präsentierten den Forstwirtschaftsplan für 2012. Herrmann stellte eine Statistik vor, wonach die Preise für die Baustoffe Zement und Frischbeton seit 2009 nicht gestiegen sind, wohl aber für Holz. So fällt auch das Ergebnis 2011 für den Blausteiner Gemeindewald mit voraussichtlich 50 000 Euro um rund 18 000 Euro höher aus als geplant - bei einem Einschlag von 2600 Festmetern. Buche war als Brennholz stark gefragt. "Der Energieholzmarkt boomt", sagte Herrmann, nicht immer habe die Forstverwaltung die Wünsche der Händler erfüllen können. Beim langen Buchen-Brennholz wurde ein Festmeterpreis von 61 Euro erzielt, fünf Euro mehr als im Vorjahr. Bei einem Einschlag von 2800 Festmetern erwarten die Forstleute für 2012 einen Überschuss von mindestens 48 000 Euro.

Dupke kündigte an, dass es wieder eine Brennholzversteigerung für die Blausteiner Bevölkerung in der Neidegghalle geben wird, vorraussichtlich Anfang März. Dort werden Stämme als so genannte Polter ebenso angeboten wie "Reisteile". Das Holz sei für Blausteiner Bürger bestimmt, sagte Dupke auf eine Frage von Peter Enderle (CDU). Auswärtige gänzlich von der Versteigerung auszuschließen, sei jedoch nicht möglich. "Wir wollen keine Ausweiskontrolle machen."

In diesem Jahr will der Förster einige Waldränder zurückschneiden. Er war sich mit Robert Jungwirth (Grüne) einig, wegen der ökologischen Bedeutung der Waldränder dabei behutsam vorzugehen.