Presse
06.02.2012, 07:00 Uhr | Südwest Presse Ulm, Eva Menner
Beim Umsteigen lange Wartezeiten
Ihrem Unmut über den seit Dezember gültigen Busfahrplan haben 120 Bürger aus Arnegg, Markbronn und Dietingen am Freitagabend Luft gemacht.

Eine Interessensgemeinschaft, die sich für eine bessere Anbindung des Blausteiner Ortsteils Arnegg einsetzt, hatte Bürger in den Christophorus-Saal eingeladen, um Kritikpunkte am neuen Fahrplan zu sammeln. Denn mit dem neuen Plan sind einige Verbindungen weggefallen, andere Busse fahren nicht mehr direkt nach Ulm, sondern die Fahrgäste müssen in Herrlingen in den Zug oder in Blaustein in einen anderen Bus umsteigen. Die Betroffenen beklagen, dass es nun nicht einmal mehr eine stündliche Verbindung gibt und sich durch das Umsteigen die Fahrtzeiten erheblich verlängert haben. Früher seien die Busse im Halbstundentakt gefahren. Die im Januar gegründete Interessensgemeinschaft (IG) habe inzwischen 65 Mitglieder, sagte deren Sprecher Johannes Mack. Die Hälfte davon sei unter 25 Jahre alt, gerade Schüler gehörten zu den Betroffenen.

Die IG war in den vergangenen Wochen sehr aktiv, hat Unterschriften gesammelt, Pressemitteilungen verschickt, Anfragen an das Verkehrsunternehmen RAB, die Gemeinde Blaustein und Bürgermeister Thomas Kayser gestellt. Einen Antrag auf die Einberufung einer öffentlichen Gemeinderatssitzung zum Thema "Busfahrplan" habe Kayser abgelehnt, stattdessen die Einrichtung eines "Runden Tisches" angeboten, hieß es.

Die Anwesenden im Arnegger Christophorus-Saal zeigten sich enttäuscht von den Kommunalpolitikern. "Wo sind sie denn heute, unsere Ortsvorsteher, Ortschaftsräte und Gemeinderäte, die sich für uns einsetzen sollen?", wurde gefragt. Keiner ließ sich bei der Versammlung blicken. "Wir haben sie nicht extra eingeladen, sondern nur als normale Bürger wie Sie und ich", dämpfte Mack die Emotionen. Einzig Michael Joukov, für die Grünen im Ulmer Gemeinderat und Büroleiter des Landtagsabgeordneten Jürgen Filius, war gekommen.

Betroffene schilderten drastisch ihre eigenen Erfahrungen mit dem neuen Fahrplan. "In Arnegg gibt es keine Infrastruktur, also muss ich nach Herrlingen zum Einkaufen", sagte eine Frau. Der nächste Bus zurück fahre aber erst zwei Stunden später. Gerade Ältere und Kinder seien auf den Bus angewiesen und ihnen könne man häufiges Umsteigen und lange Wartezeiten am wenigsten zumuten.

Eine Mutter beklagte, dass ihre Tochter beim Umsteigen bei Eiseskälte eine halbe Stunde lang auf den Bus warten musste. Eine Schülerin machte ihrem Ärger Luft: "Entweder kommt der Bus gar nicht, oder er hält nicht." Statt eines Gelenkbusses werde nur ein normaler Bus eingesetzt, so dass etliche Schüler auf den nächsten warten müssten. Wer pünktlich um 7.45 Uhr zu Unterrichtsbeginn am Kuhberg in Ulm sein wolle, müsse jetzt um 6.17 Uhr losfahren, wurde von anderer Seite laut. "Wenn man in Ulm arbeitet, muss man zwei Stunden vorher los. Wer um 6 Uhr im Donautal anfängt, schaffts gar nicht mehr, weil ein Bus gestrichen wurde", sagte ein Arbeitnehmer.

Es sei sicherlich nicht einfach, die komplizierten Fahrpläne zu erstellen. Warum aber etwas, das bis jetzt gut funktioniert habe, über den Haufen geworfen werde, sei nicht nachvollziehbar, meinte Mack. Trotz einiger Nachbesserungen der RAB im Detail sei die Situation unzumutbar, waren sich die versammelten Bürger einig. Das Ziel der IG ist nach wie vor die stündliche Anbindung, auch an Samstagen. Das Angebot des Runden Tisches will sie annehmen.

Suche
News-Ticker
Presseschau
Termine
CDU Landesverband
Baden Württemberg
Fraktion
Baden Württemberg