Presse
14.02.2012, 07:00 Uhr | Südwest Presse Ulm, Helga Mäckle
Runder Tisch zu neuem Fahrplan
Die Bürgerinitiative "Stündliche Anbindung von Arnegg" ist sauer, weil ihr Bericht nicht in den Blausteiner Nachrichten veröffentlicht wurde. Die Verwaltung sagt: Unwahres veröffentlichen wir nicht.

Die Weigerung der Gemeindeverwaltung, einen Bericht der neu gegründeten Bürgerinitiative (BI) "Stündliche Anbindung von Arnegg" in den Blausteiner Nachrichten zu veröffentlichen, rieche "sehr stark nach Zensur". Das schreibt Johannes Mack, Vorsitzender der BI, in einem Brief an Bürgermeister Thomas Kayser. Aus diesem Grund stelle sich die Frage, ob die Vorstandsmitglieder der BI - neben Mack sind das Siegmar Barthel, Michael Krug und Monika Holzwarth - an dem "Runden Tisch" teilnehmen werden, den die Gemeinde in Sachen Fahrplan veranstaltet. Wie mehrfach berichtet, herrscht seit der Umstellung des Fahrplans im Dezember Unmut in Blaustein, vor allem in den Teilorten Arnegg, Dietingen und Markbronn: Dort sind einige Linien weggefallen, andere Busse fahren nur noch mit einem Umstieg nach Ulm. Die neue BI fordert nun eine Rückkehr zur stündlichen Anbindung von Arnegg.

Von Zensur des BI-Textes könne überhaupt keine Rede sein, sagt Hauptamtsleiter Thomas Schwäble (siehe Infokasten): "Aber da steht einiges drin, was schlicht nicht stimmt." Unwahres werde grundsätzlich nicht veröffentlicht, betonte er. Unter anderem schreibe Mack in dem Bericht, dass kein Lokalpolitiker in der Versammlung der Bürgerinitiative gewesen sei. "Dabei wurden wir zwei Tage vor dem Termin schriftlich ausgeladen", sagt Schwäble. Zudem behaupte Mack, die Blausteiner Bürger seien nicht in die Konzeption des neues Fahrplans eingebunden gewesen. "Der ÖPNV-Ausschuss, der mit Bürgern besetzt ist, hat Vorschläge erarbeitet, die in den Fahrplan auch eingearbeitet wurden."

Laut Schwäble will die Verwaltung zunächst bei dem "Runden Tisch" die Kritik und Argumente der Bürger hören. Denn dass es Probleme bei der Umsetzung des Fahrplans gebe, sei unstrittig. Der Termin sei Ende Februar. Teilnehmen werden: Vertreter des Donau-Iller-Nahverkehrsverbunds (Ding), für den die Busse der Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) fahren, Florian Weixler, Verkehrsplaner des Landratsamts, Vertreter der Gemeinde sowie der Vorstand der BI. "Das ist aus unserer Sicht sinnvoller, als sich in Pressemitteilungen gegenseitig Vorwürfe zu machen." Schwäble weist zudem darauf hin, dass nicht etwa die Gemeinde für den Fahrplan verantwortlich ist. Vielmehr habe "Ding" diesen ausgearbeitet, im Auftrag des Alb-Donau-Kreises, der die Verluste im öffentlichen Nahverkehr bezahlt.


Jeder kann veröffentlichen

Laut Hauptamtsleiter Thomas Schwäble können im Mitteilungsblatt der Gemeinde Blaustein sämtliche Gruppen, Vereine, Parteien und Organisationen aus der Großgemeinde ihre Texte veröffentlichen. "Auch wenn diese Kritik an der Verwaltung beinhalten. Zensiert wird nicht." Nicht veröffentlicht aber werde Unwahres und Beleidigendes. "Und wenn ein Vereinstext mal deutlich zu lang wird, dann kürzen wir den auch." Schwäble steht im Impressum der "Blausteiner Nachrichten" als Verantwortlicher für den Inhalt.

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