"Wir in Blaustein sind nicht vom Wind verwöhnt", sagte CDU-Gemeinderat Peter Enderle am Dienstag bei der Sitzung des Blausteiner Gemeinderats. Er wohnt nicht etwa im Tal, sondern ist Ortsvorsteher in dem auf der Albhochfläche liegenden Wippingen. Selbst dort sind im Plan des Regionalverbands Donau-Iller die Flächen lila markiert. Das bedeutet, dass wegen fachlicher oder rechtlicher Kriterien keine Windräder aufgestellt werden dürfen. Hellblau dargestellt sind solche Flächen, für die es nicht von vorneherein Ausschlusskriterien gibt und die eine so genannte "Windhöffigkeit" von 5,5 bis 5,75 Metern pro Sekunde aufweisen. Kleine hellblaue Flecken zeigt der Plan auf dem Hochsträß, eine größere Fläche zwischen Bermaringen und Temmenhausen. Dort besteht bereits eine rund 87 Hektar große Windkraft-Vorrangfläche der Gemeinden Blaustein und Dornstadt, fünf Räder von auswärtigen Investoren drehen sich.
In der Diskussion über die Fortschreibung des Regionalplans war sich der Blausteiner Gemeinderat am Dienstagabend einig, keine neuen Flächen für Windkraftnutzung anzumelden. Eine moderate Erweiterung der Vorrangfläche bei Bermaringen solle aber geprüft werden, hieß es von den Fraktionen. Zwei oder drei Anlagen mehr könnten sinnvoll sein, sagte Hermann Geywitz (Grüne). Bisher sah der Regionalplan dort insgesamt zehn Windräder vor. Neue Anlagen will Dieter Grauling aus Dornstadt bauen, der bei der Sitzung zu Wort kam. Er hat Bauanträge für drei große Windräder mit einer Nabenhöhe von 141 und einer Gesamthöhe von 199 Metern eingereicht. Für die Einspeisung hat er bereits die Leistungszusage des Versorgungsunternehmens.
Robert Jungwirth (Grüne) würde bei Bermaringen gern ein Bürgerwindrad sehen. In Dornstadt habe der Bürgermeister eine Bürgerenergiegenossenschaft ins Leben gerufen, sagte Peter Enderle. Das sei durchaus auch in Blaustein denkbar, meinte Bürgermeister Thomas Kayser. Auch Dieter Grauling denkt an ein Bürgerwindrad.
Auf Antrag der Grünen beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, eine Erweiterung der Vorrangfläche bei Bermaringen zu prüfen. Der Ortschaftsrat soll darüber beraten. Eberhard Ziegler (CDU) will geklärt wissen, für welchen Zeitraum die Fortschreibung gilt. Durch neue Techniken eröffneten sich in Zukunft neue Möglichkeiten. Geywitz wusste, dass Experten neuerdings davon ausgehen, dass Windräder auch an Standorten mit einer Windhöffigkeit von 5,6 Metern pro Sekunde wirtschaftlich sind.

Kommentar von Martin Herter:
Windkraft und Pumpspeicherwerk Blautal/Hochsträß
Derzeit werden auf dem Hochsträß keine Windkraft-Flächen ausgewiesen. Die Betonung liegt auf "derzeit". Es gibt nämlich geeignete Flächen.Auch im Windatlas BW werden folgende Flächen prinzipiell als geeignet ausgewiesen: gesamter Salenhau bis Erstetten, Birkau beim Magirus-Testgelände und Anhöhen bei Arnegg. Neue Windanlagen haben Gesamthöhen von ca. 210 Meter (höher als Erminger Fernsehturm). Jeder Bürger soll selber entscheiden, ob er für oder gegen solche Bauwerke ist, die immer in größeren Gruppen gebaut werden.
Tatsache ist aber, dass durch den Bau des Oberbeckens des PSW Blautal zusätzliche Infrastruktur auch für Windanlagen entsteht, vor allem Stromtrassen und Zufahrtswege. Außerdem werden solche Wind-Anlagen bevorzugt entlang von Gemeindegrenzen und dort errichtet, wo schon sogenannte "Vorbelastungen" existieren, wie z.B. LKW-Testgelände, Hochspannungsleitungen und geradezu "ideal" PSW-Becken.
Wer Pumpspeicher sät, wird riesige Windkraftanlagen auf dem Hochsträß ernten!










Vorstandssitzung CDU Gemeindeverband Blaustein
23.02.2012
Politischer Ascherdonnerstag der CSU Neu-Ulm
24.02.2012
90 Minuten Politik mit Bundesministerin Dr. Annette Schavan MdB
29.02.2012
CDA Kreisverband: Betriebsbesichtigung Firma Seeberger

Baden Württemberg






Baden Württemberg




